Kameradrohnen in der Praxis 2017-03-09T10:29:00+00:00

Kameradrohnen in der Praxis

Drohnen sind wertvolle Helfer in vielen Einsatzbereichen. Dort woHandwerker, Sachverständige und Architekten sonst über Gerüste, durch Dachfenster oder mit Hubarbeitsbühnen an schwerzugängliche Stellen gelangen, zeigt heute das fliegende Auge die Bauschäden. Die Kameraflüge können live auf dem Laptop oder Tablet mit verfolgt werden. Eine echte Kostenersparnis!

Makler erstellen mit den Quadrocoptern Immobilien-Exposés; Energieberater dokumentieren mit fliegenden Wärmebildkameras den Energieverlust der Gebäudehülle. Auch Vermessungen mitLaserscannern sind möglich.

Aufstiegserlaubnis

Für den gewerblichen Betrieb von Film- und Fotodrohnen benötigt man eine spezielle Aufstiegserlaubnis für ein unbemanntes Luftfahrtsystem (UAS). Es mag sich erst einmal alles kompliziert und bürokratisch anhören, aber wenn man die beschriebenen Dinge befolgt, ist der Weg zur eigenen Aufstiegsgenehmigung überschaubar.

Einen Überblick über die grundsätzlichen Dinge vermittelt die Broschüre „Kurzinformation über die Nutzung unbemannter Luftfahrtsysteme“ vom Bundesministerium für Verkehr. Die Erteilung der Genehmigungen ist dabei Ländersache. Die entsprechenden Landesbehörden sind in der Broschüre aufgelistet. In den „Gemeinsamen Grundsätzen des Bundes und der Länder für die Erteilung der Erlaubnis zum Aufstieg von unbemannten Luftfahrtsystemen gemäß § 16 Absatz 1 Nummer 7 LuftVO“ hat man sich auf viele Dinge länderübergreifend geeinigt. Die Information findet man auch in den „Nachrichten für Luftfahrer NfL 161/12“. Die Dokumente sind als PDF im Internet verfügbar.

Gefordert wird grundsätzlich eine entsprechende Luftfahrt- Haftpflichtversicherung, die auch den gewerblichen Betrieb abdeckt. Einige private Modellflugversicherungen lassen sich auch entsprechend gegen Aufzahlung erweitern, was unter Umständen eine günstige Möglichkeit sein kann. Grundsätzlich sind die Preise für solche Versicherungen zum Teil sehr unterschiedlich. Hier sollte man unbedingt vergleichen. Es gibt Anbieter, die eine bezahlbare gewerbliche Versicherung anbieten, häufig aber nur für ein bestimmtes Modell, das heißt in diesem Fall, dass für jedes Fluggerät dann eine eigene Versicherung abgeschlossen werden muss.

Um die Genehmigung für den gewerblichen Aufstieg zu erhalten, muss man einen formlosen Antrag an die zuständige Landesbehörde (mit Adresse, Nennung des Einsatzgrunds, wie zum Beispiel „Film- und Fotoflüge“), richten. Dem Antrag muss Folgendes beigelegt werden: * Ein Datenblatt des Fluggeräts, also UAS. Hier reicht meistens eine Kopie der Herstellerbroschüre aus. * Einen Nachweis über die Befähigung das UAS fliegen zu können. Das kann eine formlose Bestätigung von einem Modellflug-Club sein. Wenn eine Befähigung nicht entsprechend glaubwürdig nachgewiesen ist, muss man die Drohne bei der Behörde vorfliegen und so die Befähigung nachweisen. Hilfreich ist auch ein Nachweis rechtlicher Grundlage, wie die Bestätigung über eine Flugleiterschulung oder auch die Tätigkeit als Flugleiter in einem Modellflugverein.

Dieses ist nicht zwingend erforderlich, beschleunigt aber unter Umständen die Bewilligung der Genehmigung. Weiter sollte man ein Blatt mit einer unterschriebenen Datenschutzerklärung beilegen. Geeigneter Text ist beispielsweise folgender: „Hiermit erkläre ich, dass durch die beantragte Nutzung des Luftraums datenschutzrechtliche Bestimmungen nicht verletzt werden. Die beantragte Nutzung dient nicht der gezielten Beobachtung und/oder Aufzeichnung von Personen beziehungsweise, es liegt eine schriftliche Einwilligung der betreffenden Personen vor.“ Was in Deutschland genehmigt wird, ist von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich. Problemloser ist grundsätzlich die Bewilligung von UAS unter 5 Kilogramm Abfluggewicht.

Betrieb

In den Aufstiegsgenehmigungen der Länder gibt es auch Einschränkungen für den Betrieb, wie zum Beispiel eine maximale Flughöhe, meistens maximal 100 Meter über Grund, sowie ein Überflugverbot über Menschen und Menschenansammlungen, Industrieanlagen, Justizvollzugsanstalten und militärischen Anlagen etc. Auch bedarf natürlich der Betrieb in einem kontrollierten Luftraum, wie in der Nähe eines Flugplatzes, eine gesonderte Zustimmung der zuständigen Flugverkehrskontrollstelle. Das ist mit den zuständigen Landesbehörden, beziehungsweise der Deutschen Flugsicherung abzuklären.

Eine Voraussetzung in allen Ländern ist, dass man die Einsätze, also Flüge entsprechend in einem Flugbuch festhält. Es sind dort Name des Steuerers, Datum, Uhrzeit, Fluggerät, Einsatzort, Dauer des Einsatzes, Anzahl von Starts/Landungen, Gesamtflugzeit des Einsatzes und besondere Vorkommnisse einzutragen. Speziell für gewerblichen Drohnenbetrieb werden auch zugeschnittene Logbücher angeboten.